Die neue sexuelle Freiheit

Deutschland 2008 - Bestandsaufnahme


Mit der größten Studie, die jemals in Deutschland zum Thema Sexualität durchgeführt wurde, bringt ProSieben Licht in unsere Schlafzimmer. Wie zufrieden sind wir mit unserem Sexleben? Ist der Spaß in unseren Betten wirklich grenzenlos? Und wie machen wir's am liebsten? Im ersten Teil des "Sexreport 2008" erzählen uns Menschen offen über ihre sexuellen Wünsche, Sehnsüchte und Träume. Renommierte internationale Forscher überprüfen für uns zentrale Themen in ungewöhnlichen wissenschaftlichen Experimenten. Mit überraschenden Ergebnissen ...

Die neue sexuelle Freiheit

Die ProSieben-Studie zeigt: unser Sex ist leidenschaftlicher, abwechslungsreicher und phantasievoller denn je. Drei Mal pro Woche haben wir Deutschen im Durchschnitt Sex. Dabei tun wir es nicht nur öfter, wir wollen auch länger! Der ideale Liebesakts dauert ohne Vorspiel mindestens 15 Minuten - doppelt so lang wie noch vor 40 Jahren. Auch Abwechslung ist für uns bedeutend wie nie: 91 Prozent der Befragten praktizieren Oralsex, 49 Prozent haben Erfahrung mit Analsex. Die beliebteste Stellung bei Frauen und Männern ist der sogenannte "Doggy-Style" (von hinten). Auf den Rängen 2 bis 6 der Hitliste folgen Reitstellung, Missionarsstellung, Oralsex, Löffelchen-Stellung und abschließend Sex im Sitzen.

Ein interessanter Unterschied besteht zwischen den Geschlechtern: Während für Männer Oralsex an erster Stelle steht, bevorzugen Frauen die Missionarsstellung. Neben vielfältigen Sexpraktiken leben wir auch unsere erotischen Phantasien freier und ungezwungener aus – nicht nur in unseren eigenen Betten. Ob Tantrakurse, Kuschelpartys oder Swingerdates – heute nutzen wir unzählige Spielarten der körperlichen Liebe. Auch der Markt für erotisches Sexspielzeug boomt: bereits jeder dritte Deutsche besitzt heute mindestens ein Sex Toy. Fast schon scheint es, als habe sich das Blatt von 1960 um 180 Grad gedreht: wer die neue Freiheit nicht lebt, gilt heute als prüde. Durch die öffentliche Leistungsschau sexueller Alleskönner suchen wir nach Orientierung im Bett – immer öfter über Vorbilder.

Der Porno-Boom ...

Wir sind ein Volk von Pornophilen. 48 Prozent der Deutschen konsumieren mindestens einmal im Monat pornographische Inhalte. Tendenz steigend. Vor allem durch seine Omnipräsenz im Internet ist der Porno salonfähig geworden. Das rasant wachsende Angebot verführt immer mehr Menschen immer öfter Hardcore-Sexfilme anzusehen. Was aber macht Porno so unwiderstehlich? In einem ungewöhnlichen Experiment zeigt der Neurobiologe Dr. Martin Walter von der Uni Magdeburg, was beim Betrachten pornografischer Bilder im Kopf passiert. Sein Ergebnis: Pornos aktivieren unser Belohnungszentrum und erzeugen im Gehirn ein Wohlfühl-Gefühl. Hierin sieht der Forscher eine Gefahr: Da positiv erlebte Reize ein berauschendes Gefühl erzeugen, wollen wir sie wieder und wieder erleben. Darum besteht auch beim Konsum von Pornos Suchtpotenzial!

... und seine Folgen

Die allgegenwärtige Pornographie hat unsere Sexualität verändert. Längst bleibt es nicht beim bloßen Konsum von Hardcorefilmen. Immer mehr Menschen leben ihre Lust am Exhibitionismus offen aus und teilen ihre selbstgedrehten Amateurpornos mit Millionen Menschen Netz. Wie die Sex-Studie zeigt, praktizieren sie nicht nur Sex wie im Porno. Sie wollen auch so aussehen. Intimrasur, straffe Brüste, perfekt designte Genitalien. Die Schönheitschirurgie hat einen neuen Markt erschlossen und Pornographie avanciert zum Vorbild für Körperbereiche, die früher schamhaft verhüllt waren.

Begriffe wie Penisverlängerungen, Vaginalverkleinerungen, Schamlippenkorrekturen sind längst keine Fremdwörter mehr: allein im Jahr 2007 haben sich 20.000 Deutsche im Genitalbereich verschönern lassen. Erschreckend ist die hohe Relevanz von Schönheits-OPs für Jugendliche: 39 Prozent der 16-19-Jährigen haben schon einmal daran gedacht, eine Schönheitsoperation durchführen zu lassen.

Wenn der Mann nicht kann

Oswalt Kolle beging einen Tabubruch, als er in seinem Film "Dein Mann - das unbekannte Wesen" zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Kinos die männliche Erektion thematisierte – und diese auch noch in Szene setzte. Erektionsprobleme sind mit der sexuellen Befreiung nicht verschwunden: Jeder fünfte Mann ab 30 leidet heute unter Erektionsstörungen. Ab 40, so aktuelle Schätzungen, ist sogar jeder zweite betroffen. Die Hauptursache: eine ungesunde Lebensführung. Seit 1998 freut sich eine kleine Pille steigernder Beliebtheit: fünf Millionen Deutsche haben allein 2007 auf die chemischen Helfer für die Manneskraft zurückgegriffen.


Quelle: www.prosieben.de/lifestyle_magazine/sexreport_2008